Freitag, 25. September 2009

L´Université

Seit gestern früh sind wir nun offiziell an der Universität von Abomey-Calavi und ich kann endlich beginnen, mich einzurichten und nicht mehr nur aus dem Koffer zu leben. Nun ja, aber auch dieses Mal
ist unsere Wohnung (ein Zimmer, welches ich mir mit Anna teile) nur provisorisch, die eigentliche Unterkunft muss noch renoviert werden und wird erst in ca. 1 1/2 Monaten fertig sein...
Das afrikanische Leben, wie ja auch meine Blogeinträge zeigen, folgt eben einer komplett anderen Mentalität, an die sich anzupassen nicht unbedingt leicht fällt. Für mich ist mittlerweile klar geworden, dass man sich entweder an den Dauerzustand der Ungewissheit gewöhnen muss und somit versucht, aus dem, was einem gegeben wird, das für sich Beste zu machen; ohne Adaption aber an die Umstände kann man nicht beginnen, sich in eine afrikanische Welt zu integrieren.

Dennoch bin ich glücklich, endlich auf dem Campus angekommen zu sein, nun den direkten Kontakt zu den Studenten und vor allem der Uni-Presse aufbauen zu können, anstatt weiterhin im Gästehaus des DED zwar luxuriös, aber doch isoliert zu leben.
Im Studentenwohnheim ist dagegen von Isolation und Ruhe wenig zu spüren, unsere Ansprechparnter
von Zeitung und Radio geben sich wirklich Mühe, uns bei unseren Erledigungen behilflich zu sein, und
auch meine Tutorin Zakiath, die genauso alt ist wie ich, hat mich heute besucht und ist superlieb.
Morgen gleich haben wir die erste große Sitzung meiner Zeitung, an welcher alle Journalisten teilnehmen, und am Montag beginnt unser Einführungsprogramm, in dem man uns in Grammatik und Satzbau der französischen Sprache schulen möchte. Ich bin gespannt, ob der Französisch-LK etwas gebracht hat.

Mittlerweile ist es hier 22 Uhr, ich liege erschöpft und mit Sonnenbrand im Gesicht unter meinem Moskitonetz, das mich nicht nur vor der Anopheles-Mücke schützt, sondern ebenso vor den Spinnen in meinem Bett und unseren Haustieren, nämlich Geckos und Riesenameisen. Für mein noch europäisches Gefühl ist es wahnsinnig heiß und ich würde am liebsten endlich ins Meer springen, welches zu betreten uns aber aufgrund der starken Strömung nicht empfohlen wurde. Doch den Aussagen der Beniner nach zu urteilen, kommt die wirklich tropische Wärme erst in einiger Zeit, ich kann mich also langsam eingewöhnen.

2 Kommentare:

  1. Hallo Nicola,

    es macht wirklich sehr viel Spaß, von deinen abenteuerlichen Erlebnissen zu lesen, gleichzeitig aber denke ich dabei, dass es mir viel zu sehr an Mut, Geduld und noch vielen anderen Tugenden mangeln würde, als dass ich mir selbst auch nur vorstellen könnte, so ein Abenteuer anzugehen.
    So wie es für mich aus deinen Berichten herausklingt, wird es wohl kein "gewöhnen" nach deutschen Vorstellungen geben können. Es wird wohl eher zu einem gewöhnen an das Unangewöhnbare und Unerwartete kommen. Spannend ist das allemal. Aber ein Jahr dieses Fehlen von heimatlicher Sicherheit und Geborgenheit auszuhalten, das schaffen bestimmt nicht viele.
    Meine Achtung hast du allemal.

    Ich wünsche dir viel Glück und viele weitere spannende Erlebnisse.

    Andre

    PS:
    Ich glaube, es traut sich niemand, hier Kommentare zu schreiben, weil du immer so viele, perfekt ausformulierte Berichte schreibst, die so unheimlich viel Inhalt enthalten, dass es schwer wird, Bezüge in einem derart kurzen Kommentarformat herzustellen. Es fehlt wohl das "Blogartige" an deinen Einträgen.
    Dafür macht es umso mehr Spaß, das alles zu lesen.
    Also lass dich bitte nicht durch wenige Kommentare davon abhalten, hier weiter solche Einträge zu verfassen. Es macht echt Spaß. Weiter so!

    AntwortenLöschen
  2. tja die zakiath hab ich ausgewählt.

    gut gemacht, ne?

    ;-)

    AntwortenLöschen